Landschaft - Becklingen - im Norden des Celler Landes

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Landschaft

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Becklingen liegt an der nördlichen Grenze des Landkreises Celle und gehört zum Bereich der Südheide. Die Ortschaft liegt eingebettet in einer Landschaft, die auf 5 km Entfernung in der Gemarkung zwei verschiedene Gesichter zeigt: östlich liegt das Naturschutzgebiet "Großes Moor bei Becklingen" und westlich das für die Öffentlichkeit nicht zugängliches "Becklinger Holz".
Das ca. 850 ha große Naturschutzgebiet "Großes Moor bei Becklingen" ist ein heute überwiegend kultiviertes Hochmoorgebiet für Vieh- und Weidewirtschaft mit noch naturnahen Restmoorflächen. Das Moor liegt in seiner Ausdehnung in den Landkreisen Heidekreis und Celle. In den 50er Jahren war das Gebiet noch ein lebendes Hochmoor. Zugunsten eines Siedlungsvorhabens wurde das Moor entwässert und größtenteils zu Grünland kultiviert und zum Teil auch aufgeforstet. Auf den unkultivierten Flächen ist Anflugwald aufgewachsen. Nur in den zentralen Bereichen ist noch Hochmoorvegetation zu finden. 1986 wurde das "Große Moor bei Becklingen" zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Land Niedersachsen hat hier umfangreichen Flächenerwerb getätigt und damit die Voraussetzung für eine Wasserrückhaltung und die Moorregeneration geschaffen. Die randlich wachsenden Wälder werden unter Förderung des Laubholzes zu Altbeständen entwickelt.
Das Naturschutzgebiet bietet aber auch verschiedenen, zum Teil seltenen und geschützten Pflanzen und Tieren Raum. An Pflanzen findet man hier zum Beispiel den fleischfressenden Rundblättrigen und den Mittleren Sonnentau, außerdem den Königsfarn, das Weiße Schnabelried, Scheiden-Wollgras, Schmalblättriges Wollgras, Gelbe Moorlilie, Purgier-Lein, Krähenbeeren, Rauschbeeren und Rosmarinheide. Im Wasser wächst der ebenfalls fleischfressende Kleine Wasserschlauch.
Auch weitere Vogelarten der offenen Moore profitieren davon, unter anderem Kranich, Kiebitz, Großer Brachvogel, Bekassine und Sumpfohreule.
In dem Gebiet lebt der Moorfrosch, viele Libellenarten und der seltene Hochmoor-Bläuling, ein durchweg blauer Schmetterling. Es ist das Revier des Rotmilans, der größte hier lebend Raubvogel.

Seit 2006 werden Renaturierungs- und Wiedervernässungsmaßnahmen durchgeführt. Ziel ist es, das Moor wieder in einen günstigen Zustand zu versetzen und dem Birkhuhn einen geeigneten Lebensraum zu bieten. Infolge der Abgeschiedenheit bietet das Moor einen bedeutenden Lebensraum für das vom Aussterben bedrohte und sehr störungsempfindliche Birkhuhn. Zusammen mit benachbarten Mooren und Naturschutzgebieten beherbergt dieser Teil der Lüneburger Heide den größten zusammenhängenden Birkhuhnbestand des mitteleuropäischen Tieflands.
Seit 2013 bietet ein neuer acht Meter hoher Aussichtsturm aus Eichenholz ein besonderes Naturerlebnis im Schutzgebiet, der Turm ist dem regionalen Naturschützer Heinrich Eggers aus Wietzendorf (gest. 1998) gewidmet. Auf seiner Aussichtsplattform befindet sich ein fest installiertes Fernrohr. Am Fuß des Turmes informieren Schautafeln über die Entwicklung des Hochmoors seit 1770 und die bisher zur Renaturierung durchgeführten Maßnahmen. Die Lage des Turmes und weitere Informationen zum Schutzgebiet finden Sie hier.
Infotafel an den Großen Vorflutern im Moor
Das Große Moor bei Becklingen gehört übrigens zum Hegering Bergen. Obmann für Naturschutz ist Michael Pfennig aus Becklingen.

Westlich der Ortschaft befindet sich das ehemals zur Gemarkung gehörende "Becklinger Holz", heute Gebiet des Truppenübungsplatzes Bergen, mit einer mit Buchen und Fichten bestandenen Endmoränenlandschaft. Deren höchste Erhebungen sind der Falkenberg mit 152 m und der Harkenberg mit 143 m. Das Becklinger Holz zwischen Bergen und Soltau bildet mit dem Falkenberg die höchste Erhebung der Südheide – ein Rückstand der pleistozänen Vergletscherungen. Heute wird das ganze Gebiet von einförmigen Kiefernforsten bedeckt, die im Becklinger Holz von alten Buchenbeständen in Tälern und Schluchten durchsetzt werden, die an den Harz erinnern. Da der Truppenübungsplatz nicht für die Allgemeinheit zugänglich ist, entgeht ein wahrer Naturschtz dem Betrachter. Das Betretungsverbot kommt der Natur jedoch über alle Maße zu Gute.

Zwischen diesen beiden Gebieten liegt eine fruchtbare Ebene mit Sand- und Lößböden, die landwirtschaftlich überwiegend mit Getreide-, Kartoffel- und Rübenanbau genutzt wird.

Im nördlichen Bereich, vom Hamberg an der Kreisgrenze über den Kattenberg im Großen Moor bis zum Tannensieksberg, befindet sich eine bronzezeitliche Hügelgräberkette mit ehemals 53 und heute noch 13 vorhandenen Gräbern aus der Zeit 1700 bis 1200 vor Christi.
 
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