Oehus - Becklingen - im Norden des Celler Landes

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Oehus

örtlich
Folgt man der trennenden Bundesstraße 3 von Becklingen aus nach Norden Richtung Soltau, so kommt man nach einem weiteren Kilometer zum Ortsteil Oehus, im plattdeutschen Oeh'n genannt.

Hier findet sich der Hof Oehus mit vier weiteren Hofstellen.
Der einstellige Hof Oehus wird 1258 erstmalig urkundlich erwähnt als „Ogigehusen“, um 1438 findet sich die Bezeichnung
"Oyngehusen". Heute noch sind seine Bewohner stolz auf den Namen Oehus und verweigern stets die postalisch richtige Bezeichnung "Becklingen". Statt dessen bevorzugen sie einfach nur Oehus.
Für den Namen Oehus/Euhus können durchaus mehreren Deutungen  vorliegen. Da der Hof Oehus 1258 erstmals urkundlich erwähnt wurde, dürfte er noch älter sein, so daß der Name nicht im Mittelniederdeutschen entstanden ist, sodern dadurch bereits verändert wurde. Die  mittelniederdeutsche Sprache war von etwa 1300 bis ca. 1600 n. Chr. die  führende Schriftsprache im Norden Mitteleuropas. Davor, also auch zur Gründung, war altsächsisch die vorherrschende Sprache  unserer Gegend

Die hier (in Becklingen) allgemein bekannte und gängigste Ableitung ist  die mit dem „Thingplatz“. Im Altsächsischen war ein Gerichtsplatz ein thinghūs. In der Wietzendorfer Gegend ist der Name „Euhus“ häufiger anzutreffen. Ȇu steht im altsächsischen dem ȇo gleich, was „Gesetz“ bedeutet (ahd. ȇwa). Auch mit dieser Interpretation würde man wieder bei einem Gerichtsplatz liegen.

Im Celler Flurnamenbuch wird allerdings der Name Oehus abgeleitet von dem germanischen Personenname „Oio“ (oder ähnlich), so dass hier eine zweite Deutung vor liegt (das Haus des Oio pp.). Weitere Forscher sind der Meinung, das spätere ! mittelniederdeutsche Oie (oder auch Och oder Oge) sei namensgebend, es steht für Insel im Sinne einer Insel/Eiland, beispielsweise ein fester Flecken im Moor.

Oehus war lange Zeit ein freier Hof und zählte auch nicht zu den großen Höfen in Becklingen. Warum Oehus trotz seines Alters eine der alten neun Höfe-Hausnummern, nämlich die Hausnummer '6' erhielt, erklärt sich wie folgt: Der Hagenshof hatte als sechster großer Hof diese Nummer Jahrhunderte inne. Zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges drückte eine immense Steuerlast. Der damalige Besitzer, ein Grönhagen (daher auch der Name Hagenshof), floh aufgrund dessen mitsamt Vieh und Gesinde. Der Hof fiel 1669 wüst, andere Quellen berichten von 1682. Die Hausnummer 6 'wanderte' zu Oehus.

Erst Anfang des 19. Jh. versuchen sich wieder einige am wüsten Grünhagenshof. Erst zwischen 1850 und 1855, als Peter Heinrich Ebel und sein Enkel Johann Heinrich Ebel den Hof kauften, wurde er wieder bewohnt. Der Hof erhält fortan die (neue) Hausnummer 12.
Das Bild zeigt den Oehus Hof um 1912.
Personen v.l.: Emma Oehus geb. Frieling, Kind Karl Oehus, Hanna Oehus geb. Meyerhoff (Ebelshof, Mutter von Emma Oehus), Emmy Oehus
Foto zur Verfügung gestellt von Arnold Habermann sen., 1988

Zur Hofstelle kamen Anfang des 20. Jahrhunderts weitere Häuser hinzu, die Hausnummern 36 (ehem. H. Oehus), 38 (Volkmanns) und 44 (ehem. G. Oehus). Das Wohnhaus Nr. 36 wurde vor 1914 gebaut, so zumindest Aussagen, das Haus Nr. 44 wurde 1929 gebaut.
Das Bild zeigt Oehus Haus Nr. 36
Das Aufnahmejahr ist 1929 oder davor, der Blick zeigt Richtung Soltau. Der Sandweg ist heute die Bundesstraße 3.
Foto zur Verfügung gestellt von Arnold Habermann sen., 1988
 
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